Ich bin am Landgericht Hagen. Was ich nicht wusste: Es ist ein Ort höchster Sicherheit. Mit Personenschleusen und allem Pi-Pa-Po. Bei meiner Ankunft sagt der hinter einer mehreren Zentimeter dicken Glasscheibe sitzende Pförtner durch eine Gegensprechanlage:“Bitte legen Sie Ihre Tasche vor die Kiste auf das Laufband, in die Kiste legen Sie alles, was Sie lose in den Taschen haben.” Ich:“Äh.”, und mache alles genau so. “Den Gürtel auch! – Sonst geht die Tür nicht auf!” Ich gehe durch die Schleuse.
Hinter der Schleuse werde ich von einem Polizeibeamten(?) in grünem Hemd mit einem Metalldetektor abgetastet, während mein Krempel gescannt(?) wird. Nachdem ich mich wieder zurecht gemacht habe, verbringe ich alle meine Utensilien wieder an Ort und Stelle. Jetzt müssen Sie (der Leser) Ihr Farbspektrum reduzieren und die Sensorik auf behördiale Strukturen schärfen. Ich gehe zu Zimmer 109 – der Pörtner hat mich dorthin geschickt. An Zimmer 109 ist eine Skizze mit Wegbschreibung zu Zimmer 107. Dort ist ebenfalls eine Skizze mit einer Aufforderung ganz zurück zu Zimmer 105 zu gehen. Ich klopfe und trete ein. Mein Ausweis wird kontrolliert und ich werde nach meinem Begehr gefragt. Alles kein Problem, mit einem Laufzettel werde ich zur Gerichtskasse geschickt. Ein Beamter holt noch eine Kollegin, weil er nur kassiert und sie nur bucht. Ich wundere mich über nichts mehr, denke aber: hier ist Optimierungspotential, zahle und erhalte eine Quittung. Zurück in Zimmer 105 erhalte ich meinen Grundbuchauszug und verlasse zügig, etwas verwundert das Landgerichtsgebäude und denke: Hagen, Hightec-Town, County Court. Ich muss schmunzeln. (2012.06.27)
