Ich sitze allein an einer Schulbank in einer kleineren Konzerthalle. Vor mir eine kleine Bühne aus Holz. Darauf die Reste eines Kasperletheaters. Für heute Abend angekündigt sind Status Quo, oder vielmehr die verbliebenen Reste der Gründungsbesetzung. Eigentlich wollen sie nicht spielen, sagt der Manager. Sie wollen mir und irgendwelchen anderen Leuten nur das Showbiz erklären. Irgendwie bin ich plötzlich doch ein wenig nervös, sind Rick Parfitt und Francis Rossi doch die Helden meiner Zeit in den späten Siebzigern. Das war damals, als ich von der Grundschule auf die Realschule wechselte. Rick nimmt neben mir Platz, wieso weiß ich nicht. Das er deutsch kann weiß ich noch, weil er ja mal mit einer Deutschen verheiratet war – das muss so um 1978 gewesen sein. Ich erzähle ihm, dass ich sogar mal ein Hochzeitsfoto von damals bei einer Mitschülerin gesehen habe und mächtig beeindruckt war. Wir labern über die guten alten Zeiten und das legendäre Konzert 1976, aus dem Apollo in Glasgow. Eins kam zum anderen und ich kann ihn überreden zusammen mit Francis doch noch den einen oder anderen Klassiker zum Besten zu geben. Plötzlich bringt ein wenigstens siebzig Jahre alter Roady zwei Gitarren rein und erklärt mir ohne dass ich gefragt habe die Situation. Die andern Musiker haben keinen Bock zu spielen, Schlagzeug und Bass macht General Midi (General Midi ist der quasi Standard um Musik für Computer beschreibbar zu machen – wird also dazu gemischt). Ich oute meine Textsicherheit durch mein lautes Mitsingen und werde auf die Bühne gebeten. Als Francis gerade sein Riff für Rain startet mischt sich Kindergeschrei dazu. Ich schaue böse zum Mischer…doch das Geschrei ist mein Sohn und mir wird schnell klar: alles ist leider nur geträumt. Die Sache mit Francis und Rick letzte Nacht. (2012.08.14)
